Die Volksfeste
– eine Feier ohne Ende! In den Rhodopen,
so wie in ganz Bulgarien, sind die Volksfeste eine Feier
für alle. Sie spielen eine wichtige Rolle in der
traditionellen Kultur der orthodoxen Bevölkerung,
besonders in den abgelegenen Gebirgsregionen. Die Volksfeste
werden aus verschiedenen Anlässen und unbedingt
im Freien veranstaltet. Die Rhodopenwiesen werden beleuchtet
und erschallen von den Liedern und Tänzen der Volksfestteilnehmer.
Das natürliche Aroma des Kieferharzes und des Storchschnabels
mischt sich mit dem Geruch vom Grill und von Fettgebackenem.
Die Volksfeste sind ein Reichtum, der in den Jahrhunderten
in den Herzen der Bulgaren erhalten geblieben ist.
Der Tag der Kukeri ist eines der
größten Feste für die Bewohner von
Ivaylovgrad, Südbulgarien. Er wird jedes Jahr
am Ende des Winters und zu Frühlingsanfang, am
Tag vor dem Fastenbeginn gefeiert. Die Absicht dieser
rituellen Feier ist, die bösen Geister und die
Krankheiten aus den Häusern und den Wirtschaften
der Menschen zu vertreiben und Gesundheit und Fruchtbarkeit
für das ganze Dorf zu bringen. Die Kukeri setzen
verschiedene Masken auf und spielen die Rollen von
Brautpaaren, Gendarmen, Tieren, Teufeln u.a. In Ivaylovgrad
ist der Bej die Hauptperson, an derem Haus der Kukerizug
beginnt. Die Kukeri sind Mitglieder eines Vereins
im Kulturhaus “Probuda” im Wohnviertel
Ladzha, die regelmäßig an den internationalen
Kukerifestspielen teilnehmen. Die Festspiele werden
alle zwei Jahre in Pernik durchgeführt.
Trifon Zarezan wird am 14. Februar
gefeiert. Das ist das Fest des Heiligen Trifon Zarezan,
des Schutzheiligen der Weinreben. In Ivaylovgrad ist
es auch das offizielle Stadtfest, das den Weinbergen
und dem Wein gewidmet ist. An diesem Tag werden im
Stadtzentrum ein fröhlicher Reigen getanzt und
roter Wein getrunken. Der von Trifon Zarezan angeführte
Kukerizug bringt die Leute zu den Weinbergen, wo sie
ihre Rebstöcke beschneiden und die beschnittenen
Stellen mit Wein aus einer geschnitzten, hölzernen
Weinflasche begießen. Auf diese Weise werden
die Weinstöcke mit ihrer eigenen Produktion vermischt.
Der Tag des thrakischen Kindes ist
eines der bedeutsamsten Ereignisse in der Region Ivaylovgrad,
Südbulgarien. Alljährlich wird in der ersten
Juniwoche in der Gegend Ilieva Niva anlässlich
des Tages des thrakischen Kindes ein nationales thrakisches
Jugendvolksfest durchgeführt. An diesem Ort wurde
1996 eine Gedenkstätte mit einem originellen
Denkmal, einem Brunnen und der Kapelle Sveta Petka
Balgarska zum Andenken an die Tausenden von thrakischen
Flüchtlingen errichtet, unter denen auch über
200 Kinder waren, die während des Zweiten Balkankrieges
im Jahre 1913 ermordet wurden.
Die Werkstatt zur Herstellung von Sesammus
in Ivaylovgrad
Da wird Sesammus mit einer alten Technologie hergestellt
(einer Spülanlage, einem Ofen zum Sesambraten
und einer Mühle). Die einzigen Werkstätten,
die auf solche Art und Weise Sesammus produzieren,
befinden sich in Ivaylovgrad und im Dorf Borislavzi
bei Madzharovo.
Das Sesammus stellt einen Brei aus gebratenem und
gemahlenem Sesam dar. Es ist reich an Vitaminen und
Mineralien. Das Sesammus hat einen außerordentlichen
Nährwert, weil es die unentbehrlichen Aminosäuren
enthält. Es hat eine helle Farbe und einen angenehmen
Geschmack. Man kann es naturrein essen oder zu gleichen
Teilen mit Honig vermischen. Das darin enthaltene
Sesamöl wird völlig vom menschlichen Organismus
aufgenommen. Das Sesammus ist sehr nützlich für
das Verdauungssystem, regt die körperliche und
geistige Tätigkeit an, erhöht die Ausdauer,
stärkt die Knochen- und Muskelstruktur.