Der ethnografische
Komplex in Zlatograd stellt das größte
kompakte Denkmalschutzgebiet in den Rhodopen dar. Einzigartig
ist die Verbindung von Kulturbaudenkmälern mit
bewohnten Häusern, von Museumsschaufenstern mit
ursprünglicher Handwerkertätigkeit in den
Werkstätten. Der ethnografische Komplex umfasst
einige Straßen, wo sich ein historisch-ethnografisches
Museum, ein traditionelles Zlatograder Café,
sechs Werkstätten, Vunzovata vodeniza (die Vunzer
Mühle) mit drei Einrichtungen: Wälzmühle,
Walkmühle für Wollgewebe und eine kleine Wassermühle
sowie drei Schenken (Belovidovo, Pri vodenizata, Alexandrivi
kasti) befinden. Mit seiner Bauweise und seinem Funktionieren
ist der Komplex mit keinem anderen in Bulgarien vergleichbar.
Typologisch ist er nur dem ethnografischen Freilichtmuseum
Etara bei Gabrovo ähnlich. Der ethnografische Komplex
in Zlatograd steht auf der Liste der 100 nationalen
touristischen Objekte.
Die Staumauer der Talsperre Kardzhali
wurde 1962 in der Flussebene des Flusses Arda errichtet
und ist mit ihrer Höhe von 104 Metern die dritthöchste
Staumauer in Bulgarien. Der Stausee ist 3 km von der
Stadt Kardzhali entfernt. Die Betonstaumauer hat die
Form einer Bogenkrümmung und ist die einzige
in dieser architektonischen Bauweise ausgeführte
Staumauer auf der Balkanhalbinsel. Der gesamte Speicherraum
beträgt ca. 497 Mio m³. Die Staumauer ist
ein strategisches Objekt und wird bewacht. Im Stausee
Kardzhali kann man Karpfen, Mairenke, Döbel,
Wels, Stör u.a angeln. Alljährlich wird
hier ein Angelturnier durchgeführt.
Ivaylovgrad (Star Ortakioy)
Die Siedlung entstand Ende des 16. und Anfang des
17. Jh. Anfangs wurde sie nur von Griechen bewohnt.
1823 erstreckte sich die Kirchengemeinde auf zehn
Dörfer mit Bevölkerung griechischer und
bulgarischer Nationalität. Ende des 19. und Anfang
des 20. Jh. war die Stadt ein Handelszentrum mit etwa
2000 Einwohnern, deren Lebensunterhalt das Kupferschmieden,
das Verzinnen von Kupfergefäßen, die Seidenraupenzucht,
das Schneiderhandwerk, die Sesamölherstellung
war. Nach dem Bevölkerungsaustausch im Jahre
1924 brachen die traditionellen Beziehungen zu Dimotika
und Edirne ab. Heute ist Ivaylovgrad ein Kreiszentrum
mit gut erhaltenen, nach der Tradition der reichen
Rhodopenhäuser gebauten Häusern, die aber
kleiner und einfacher sind. Die Architektur der Häuser
hat viele Gemeinsamkeiten mit der Architektur der
großen Zentren in Thrakien aus diesem Zeitraum.
Das ethnografische Museum der Seide „Paskalevata
kasta“ in Ivaylovgrad ist in einem
typischen Stadthaus aus dem Ende des 19. Jh. untergebracht.
Das Haus liegt auf einer kleinen Anhöhe in der
Nähe des malerischen Zentrums von Ivaylovgrad
und hat einen herrlichen Ausblick auf die Stadt. Im
Erdgeschoss befinden sich die Haupträume. Im
zweiten Stock ist das Gästezimmer, wo man auch
Familienfeiern veranstaltet hat, und das zu einer
bestimmten Zeit im Jahr zum Züchten von Seidenraupen
gedient hat.